Februar 24, 2018
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Interview: Wie funktioniert Influencer Marketing unter einflussreichen Bloggerinnen?

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Anna Maria Damm, Cheyenne Savannah Ochsenknecht und Katharina Damm bei der 10 Jahre TK Maxx Deutschland Party (Bild: imago/Future Image/Frederic Kern)

Interview: Modebloggerinnen
Bild: imago/Frederic Kern

Unter einflussreichen Bloggerinnen: Wie funktioniert Influencer Marketing?

Produktplatzierung oder Privatleben? Was steckt hinter der Glitzerwelt der Modebloggerinnen? Inforadio-Reporterinnen Milena Hassenkamp und Anja Dobrodinsky berichten in der Wirtschaftsdoku über das Phänomen Influencer Marketing.

Modebloggerinnen erscheinen glamourös und ihr Leben ist entsprechend mit Bildern in ihren Instagram-Accounts gestylt: Sie jetten mit ihrem Foto-Freund, auch kurz „Hubby“ genannt, um die Welt: Hier ein Foto am Pool mit einem leckeren Cocktail, da ein Bild von der Haute-Couture-Show in Paris. Davon träumen ihre Follower, junge Mädchen und Jungs, die sich in den Sozialen Medien täglich die Blogeinträge der Stars anschauen.

Produktwerbung durch Influencer

Die Influencer verdienen ihr Geld, indem sie mit einem Produkt posieren und diesen „Inhalt“, etwa in einer Instragram Story, veröffentlichen. Wenn das Produkt in weiteren Videoclips oder Fotos verbreitet wird, kann der Blogger oder die Bloggerin nach Reichweite abrechnen.
Dieser „Inhalt“ ist aus Marketingsicht einfach dazu da, die Werbung besser verdaulich zu machen. Und weil alles in der Werbewelt besser auf Englisch klingt, heißt Inhalt hier „Content“ und der Blogger seit neustem „Contentcreator“.

Firmen überlisten die Algorithmen

Was die Firmen wollen: Die Follower kaufen das beworbene Produkt. Die Strategie ist zugeschnitten auf die Vorgaben der Sozialen Medien. Denn Beiträge von natürlichen Personen werden in den Algorithmen von Facebook und Co. neuerdings besser bewertet als die von Firmen. Über die Blogger finden sich die Firmen wieder. Denn sie haben entdeckt, dass es eine ungemeine Strahlkraft hat, wenn ihre Produkte auf YouTube und Instagram in die Kamera gehalten werden – vor allem bei jungen Konsumenten.

Deine digitale Freundin

Mit den Stars im Bett sein, zusehen wie sie Aknenarben überschminken: Influencerinnen sind die netten Mädchen von nebenan – mit größerer Reichweite. Sie lassen andere an ihrem (vermeintlichen) Alltag teilhaben – auch wenn der manchmal langweilig ist. Dann folgen Werberubriken wie „Get ready with me“ – also: „Mach dich fertig mit mir“ oder die tägliche „Pflegeroutine“, bei denen sie die verwendeten Produkte auflisten.
Welche Wirkung das Internet auf die Psyche hat, analysiert die Psychologin Catarina Katzer. Gerade junge Mädchen, auf die das Influencer Marketing abzielt, brauchen bessere Medienkompetenzen, findet die Psychologin. Statt Filmen schauen Jugendliche heute Werbekanäle. Bei vielen Mädchen wecken die Bilder Träume, die sich nicht erfüllen können.
Und die Werbemethode funktioniert: Der Follower folgt dem Rat des Bloggers, ohne diesen infrage zu stellen. Das hat auch eine Studie im vergangenen Jahr herausgefunden: Knapp 40 Prozent der Befragten vertrauen dem Ratschlag eines Influencers. Viele von ihnen haben deshalb auch schon ein Produkt gekauft. Wichtig war den Befragten vor allem eines: dass der Blogger „authentisch“ ist.

Kennzeichnung von Werbung

Rund 63 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 35 wissen nicht, dass es sich bei einem „sponsored Post“, um einen bezahlten Beitrag – also schlicht Werbung – handelt, auch wenn dieser ordnungsgemäß gekennzeichnet ist.
Verstöße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb hatten bisher allerdings nur selten Konsequenzen. Eine erste Abmahnwelle hatte im vergangenen Jahr auch den deutschen Social-Media-Star Caro Daur getroffen. Sie hatte Glück, denn außer der Abmahnung geschah nichts.

Steigerung des Influence Marketings

Laut einer Studie wollen 67 Prozent aller befragten Marketingmanager die Ausgaben für Influence Marketing in diesem Jahr erhöhen. Die Bloggerinnen geben dieser Aussicht einen Daumen nach oben. Doch was passiert eigentlich wenn sie irgendwann nicht mehr hip sind? Wenn sie Pech haben, sind sie dann auch nur ein paar Freiberuflerinnen mit vielen Klamotten.

Originalbeitrag: inforadio.de

Autoren: Milena Hassenkamp und Anja Dobrodinsky

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